Sofern Sie Gourmet sind und jetzt an’ s Essen denken liegen Sie vollkommen falsch. Ich möchte hier von Redfire-Garnelen berichten. Und die sind entschieden zu klein, um Sie essen zu können. Darüber hinaus handelt es sich bei den Redfire um Süßwassergarnelen. Also nicht unbedingt das, was man sich unter einer Garnelenmahlzeit so vorstellt.
Ursprünglich kam meine Frau (die mehr dem Reitsport verbunden ist) auf die Idee, dass sich bei uns im Wohnzimmer doch ein Aquarium gut machen würde. Als „alter“ Aquarianer der jetzt seit fast 20 Jahren kein Becken mehr hat, war ich zu Anfang nicht gerade begeistert. Denn ein Aquarium ist sowohl mit Kosten als auch mit Arbeit verbunden. Und zwar nicht gerade im unerheblichen Maße. Zumal mein erster Gedanke in die Richtung Seewasseraquarium ging. Ich hatte schon mal ein 750 Liter fassendes Meerwasseraquarium. Daher kann ich den Arbeitsaufwand und auch die immensen Kosten durchaus beurteilen.
Diesmal sollte es aber kein „richtiges“ Hobby werden, sondern nur ein Dekoobjekt. Also habe ich mich bezüglich der Größe auf ein Miniaquarium geeinigt. Zu klein sollte es auch nicht sein, also ein knapp 50 Liter fassendes Ganzglasbecken im Sonderangebot gekauft. Die bekommt man ja mittlerweile recht günstig. Zumal ich mich für ein Komplettangebot entschieden habe, bei dem Lampe, Heizung und Pumpe mit Filter dabei waren. Im Grunde brauchte ich nur noch ein bisschen Kies und das Becken konnte starten. Als Kies habe ich direkt schwarzen genommen, da sich auf diesem die roten Garnelen schön abheben. Sie sehen schon, die Entscheidung für die Redfire war bereits gefallen.
Aber erst mal der Reihe nach. Denn das Becken habe ich erst einmal ohne Besatz eine, vielleicht auch zwei Wochen laufen lassen. Danach kamen dann die Pflanzen rein. Im Vordergrund einige Cryptocoryne, an die Hinterwand ein bisschen Javamoos und dazwischen ein bisschen Wasserpest und ein paar Ludwigia. Da das Becken ganz frisch war, wuchsen die Pflanzen „wie Gift“. Das habe ich mir einige Wochen angeschaut und dann die ersten Garnelen eingesetzt. Zum Glück bekommt man die Garnelen (vor einigen Jahren noch sehr teuer nur im Fachhandel zu erwerben) mittlerweile von vielen Privatleuten. Das hängt damit zusammen, dass sich die kleinen Kerle (sofern sie sich wohl fühlen) wie die berühmten Karnickel vermehren. Und so war es auch bei mir. Da ich für ein regelmäßiges Futterangebot sorgte begannen die kleinen Kerle mit der Familienplanung. Aus den geschätzten 15 Garnelen sind innerhalb kürzester Zeit geschätzte 50, gefühlte 500 geworden.
An meiner Beschreibung merken Sie vielleicht schon, dass gerade die Haltung von Redfire Garnelen sehr einfach ist und auch dem Anfänger zu empfehlen ist. Worauf man achten sollte sind folgende Punkte:
– Beleuchtung und langsamer Filter (damit keine Tiere angesaugt werden)
– Auf die Heizung kann man in beheizten Räumen verzichten
– Bodengrund und viele Pflanzen, je mehr desto besser, da sich die Tier festhalten
– Keine Fische dazu, sonst dienen die Garnelen als Lebendfutter. Möglich sind Neons oder andere kleine Fische
– Garnelen sind empfindlich gegen Umweltgifte. Daher KEINE Insektenschutzmittel im Raum verwenden. Insbesondere kein Fliegenspray.
Ich habe zwischenzeitlich mal mit Regenwasser aus der Gartentonne das Aquarium befüllt. Da waren schon zu viele Umweltgifte oder Stoffe aus den Dachpfannen, Dachpappe, Dachrinne, usw. drin. Das gab mein erstes großes Massensterben. Zum Glück haben einige Tiere überlebt. Das zweite große Massensterben hat meine Frau verursacht. Die wollte nämlich gerne einen Kampffisch. Der ist zwar Garnelen gegenüber nicht aggressiv, sieht diese aber als willkommene Futterabwechslung. Den Kampffisch haben wir nach recht kurzer Zeit an einen Freund abgegeben. Da hatte er aber die Population aber schon ganz schön dezimiert. In meinem eigenen Blog habe ich auch ein paar Fotos hochgeladen, wenn Sie sich mal ansehen möchten, wie die kleinen Redfire Garnelen aussehen.
Gastartikel von Wilfried Gabor