Ganz so einfach wie die Überschrift glauben macht, ist es natürlich nicht. Das althergebrachte Hufeisen hat sicherlich auch heute noch seine Existenzberechtigung und auch gewisse Anwendungsbereiche, wo ich selbst als Hufpfleger keine sinnvolle Alternative sehe.
Aber prinzipiell geht der aktuelle Trend bereits seit einigen Jahren in Richtung Barhufhaltung. Damit ist gemeint, die Huf nicht mehr zu beschlagen, sondern nur noch (ähnlich der menschlichen Fußpflege) das vorhandene Hornmaterial anzugleichen bzw. überschüssiges zu entfernen.
So weit so gut. Problematisch wird die Barhufhaltung, wenn das Pferd „fühlig läuft“ (ähnlich empfindlich wie der Mensch, wenn er barfuß über Kieselsteine läuft). Denn leider benutzen ja immer noch viele Landwirte und Stallbetreiber Ihre Wege als Schuttabladeplatz. Das man sich schon als Mensch da teilweise die Gräten bricht und die Tiere ebenfalls entsprechende Probleme haben, interessiert da wohl nur am Rande. Ein weiterer Grund für Probleme bei der Barhufhaltung ist der starke Abrieb des Horns, wenn das Pferd häufig auf Asphalt, Steinen oder ähnlich rauhen Oberflächen laufen muss.
Für solche Fälle gibt es als Alternative für das Hufeisen den Hufschuh. Im Prinzip eine einfache Sache. Dieser temporäre Hufschutz wird immer dann angebracht, wenn man er gerade gebraucht wird. Das Anziehen der Hufschuhe geht dabei (zumindest bei den von mir präferierten Hufschuhen) relativ leicht und auch recht schnell.
Prinzipiell empfehle ich natürlich ein deutsches Produkt, nämlich die Dallmer Clog.
Das hat aber auch einen ernsten Hintergrund. Zum einen sind die Dallmer Clog relativ günstig, robust in der Anwendung und man hat durch den inländischen Hersteller einen sehr guten Service. Ganz abgesehen von der in Deutschland geltenden Gewährleistung.
Darüber hinaus kann ich aus eigener Erfahrung noch die Renegade Hufschuhe empfehlen. Preislich deutlich höher angesetzt und auch mit wesentlich mehr Einzelteilen ausgestattet (die natürlich auch mal kaputt gehen können und dies auch tun). Die Lieferzeit aus Amerika beläuft sich in der Regel auf 3 Wochen, aus denen auch locker mal 4 Wochen werden können. Da kann man als Endkunde nur darauf hoffen einen Händler zu finden, der gerade die gewünschte Größe und Farbe vorrätig hat.
Eine Zeitlang habe ich mich auf Empfehlung eines Kollegen auch mit den Marquis Hufschuh befasst. Was soll ich lange von meinen Erfahrungen berichten? Denn im Grunde ging mir (trotz positiver Einstellung) doch sehr schnell dieses Aufpumpsystem auf den Senkel. Und nach dem ersten Verlieren der Hufschuhe, wobei dankbarerweise auch noch das Luftpolster beschädigt wurde, hat sich dieser Hufschuh für mich erledigt. Ich brauche einen praktischen, schnell anziehbaren Hufschutz und keine Bastelaufgabe.
Wenn Sie das Thema interessiert, schauen Sie doch einfach mal in unserem Blog. Weiter oben habe ich Ihnen direkte Links zu den Artikeln über die entsprechenden Hufschuhe eingefügt.
Gastartikel von Wilfried Gabor